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WENDEPUNKT

Ich hab die ganze Woche über extrem wenig geschlafen und merk mir meinen Schlafmangel mittlerweile deutlich an. Schlafmangel ist nichts Neues - dass ich ihn nicht mit Aufputschern verdränge, um ihn irgendwann eigentlich viel zu spät halbwegs aufzuholen, schon.
Es ist nicht so, als ob ich durchgefeiert hätte. Ich hab viel gearbeitet, nicht nur für die Redaktion, auch wieder an ein paar Graffiti-Projekten, ergo hab ich diesen Monat zusätzlich mal wieder einen ordentlichen Batzen Geld auf dem Konto.

Trotzdem bin ich zurzeit eher reizbar als zurfrieden.
Die meisten Leute in meinem Umfeld nerven mich. Emma zum Beispiel, und dieser Paal aus dem Büro. Yasmin sowieso. Meine Mutter hat einen neuen Freund, den ich nicht ausstehen kann und der mich aber nicht weiter stören würde, wenn sie nicht jetzt, wo ich fast vollährig bin, das Bedürfnis entwickeln würde, Familie zu spielen, und zu allem Übel ist Giucie auch noch die kompletten nächsten zweieinhalb Wochen weg.
Ich rauche wieder mehr. Nicht, dass ich irgendwann wenig gequalmt hätte, aber im Moment bringe ich es locker auf ein tägliches Minimum, das ich lieber nicht erwähnen will. Ab und zu überlege ich, ob ich mir nicht wieder angewöhnen soll, zum Rauchen auf den Balkon zu gehen, aber so, wie ich im Moment drauf bin, würde das bedeuten, dass sich mein Leben in Zukunft fast komplett auf dem Balkon abspielen würde.
Dabei weiß ich nicht mal, was eigentlich los ist.
Abgesehen davon, dass mich mein Rücken aus nach wie vor unbekannten Gründen umbringt, hat sich eigentlich nicht viel verändert.

Wie schon gesagt, ich bin echt am Ende und bin vorher auf der Couch eingepennt.
Normalerweise träume ich nicht, aber irgendwas hab ich geträumt, das mich nachdenklich gemacht hat.
Das meiste hab ich schon wieder vergessen, wirres Zeug, wie ein verwischtes Hintergrundbild, aber ich weiß noch, dass ich geträumt hab, dass Yasmin ihr Kind bekommt.
Es war ein Mädchen. Sie hieß Rachel.

Ich hab mir nie groß Gedanken über die Details gemacht - wer den Namen aussucht und den ganzen Kram.
Irgendwo hab ich mir natürlich schon gedacht, dass Yasmin ihr irgendeinen Pseudo-Ami-Namen geben wird, vielleicht London oder Brittany.
Aber Rachel gefiel mir, schon immer. Rachel ist .. klassisch.
Noch während ich (rauchend) auf dem Sofa sitze und nachdenklich die Wand anstarre, fasse ich den Entschluss, dass ich auf keinen Fall zulassen werde, dass das Kind irgendeinen Pseudo-Ami-Namen bekommt.

Und noch während ich so nachdenke, wird mir klar, was passiert ist.
Das Kind ist für mich nicht mehr nur komplett sachlich und objektiv, seit ich diesen Traum hatte.
Plötzlich hat sie ein Gesicht. Sie.
Yasmin hat mir das Geschlecht noch nicht verraten - falls sie es selbst überhaupt schon weiß.
Aber wenn ich an das Kind denke, hab ich jetzt ein Gesicht vor Augen.
Sie heißt Rachel.
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8.6.11 23:40
 


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